Ursachen einer Wurzelbehandlung – wann sie nötig wird
Eine Wurzelbehandlung muss durchgeführt werden, wenn das Zahnmark – das Innere des Zahns mit Nerven und Blutgefäßen – entzündet oder bereits abgestorben ist. Um den Zahn zu erhalten und die Ausbreitung der Entzündung zu verhindern, wird das infizierte Gewebe entfernt, der Kanal gereinigt und dicht verschlossen.
Die häufigsten Ursachen
- Tiefe Karies
Die häufigste Ursache: Bakterien dringen bis zum Nerv vor und entzünden die Pulpa.
- Zahnverletzung
Stürze oder Schläge können den Nerv schädigen – manchmal erst Jahre später sichtbar.
- Undichte Füllungen
Unter alten Restaurationen kann erneut Karies entstehen (Sekundärkaries).
- Parodontitis
Eine fortgeschrittene Zahnfleischentzündung kann die Wurzel mit erfassen.
Warnsignale ernst nehmen
Je früher eine Entzündung erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für den Zahnerhalt. Achten Sie auf diese Anzeichen:
Vorteile
- Anhaltende oder pochende Zahnschmerzen
- Schmerz bei Wärme, Kälte oder Druck
- Verfärbung eines einzelnen Zahns
- Schwellung oder Druckgefühl am Zahnfleisch
Besser vermeiden
- Beschwerden ignorieren – die Entzündung breitet sich aus
- Nur mit Schmerzmitteln behandeln
- Den Zahnarztbesuch hinauszögern

Vorbeugen ist der beste Schutz
Die meisten Wurzelbehandlungen lassen sich durch konsequente Vorsorge vermeiden. Gründliche Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigung halten Karies in Schach – und damit auch den Zahnnerv gesund.
Karies vorbeugen & Warnsignale ernst nehmen
Oft beschränkt sich ein Kariesbefall auf die „Schutzhülle“ des Zahns, auf Zahnschmelz und Zahnbein. In solchen Fällen genügt normalerweise eine einfache Füllungstherapie durch den Zahnarzt. Bei weit fortgeschrittener Karies kommt es zu einer Entzündung des Zahnmarks, der sogenannten Pulpa. Die Zahnmedizin spricht dann von einer Pulpitis. Meist hilft dagegen nur eine Wurzelbehandlung. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann Karies zum Glück frühzeitig entdeckt werden.
Anzeichen von Karies und einer Entzündung des Zahnnervs
Eine gute Vorsorge ist umso wichtiger, weil Kariesbefall wie auch eine Entzündung des Zahnmarks sich nicht immer gleich bemerkbar machen. Mögliche Anzeichen sind:
Ein Ziehen oder Schmerzen rund um den Zahn, insbesondere bei Kontakt mit heißen, kalten oder süßen Speisen und Getränken.
Bei einer fortgeschrittenen Entzündung des Zahnnervs treten oft intensive, pochende Schmerzen auf, die auch in Ruhephasen anhalten können.
Plötzlich zurückgehende Beschwerden nach einer längeren Schmerzperiode können darauf hinweisen, dass die Zahnwurzel bereits abstirbt. Das bedeutet keinesfalls eine Entwarnung. Vielmehr besteht erst recht ein Grund für das Aufsuchen der Zahnarztpraxis.
Ein deutliches Warnsignal kann sein, wenn der betroffene Zahn beim Kauen oder bei leichtem Druck Schmerzen verursacht.
In manchen Fällen bleibt eine Entzündung unbemerkt, da keine typischen Beschwerden auftreten. Einen Kariesbefall kann nur Ihr Zahnarzt durch eine gründliche Untersuchung feststellen. Ob eine Wurzelbehandlung notwendig ist oder eine weniger aufwendige Therapie ausreicht, ergibt sich aus dem Grad der Karieserkrankung.
Wurzelkanalbehandlung: nicht in jedem Fall nötig
Stellt Ihr Zahnarzt Karies fest, heißt das noch lange nicht, dass eine Wurzelbehandlung bzw. Wurzelkanalbehandlung unmittelbar bevorsteht:
- Ist lediglich der Zahnschmelz betroffen, genügt oft die Behandlung mit einem fluoridhaltigen Gel. Die schadhaften Stellen können sich so vielfach wieder erholen.
- Bei Vordringen der Karies bis ins tiefer gelegene Zahnbein (Dentin) können die befallenen Stellen vom Zahnarzt mit dem Bohrer abgetragen werden. Zum Schutz erhält der Zahn anschließend eine Füllung. Eine Wurzelbehandlung ist nicht notwendig.
- Auch wenn das Zahnmark bereits von Karies befallen ist, kann eine Wurzelbehandlung manchmal noch umgangen werden. Im frühen Stadium genügt es häufig, die befallene Stelle gut zu reinigen und eine antibakterielle Einlage zu platzieren. Ihr Zahn kann sich dann ohne Wurzelbehandlung wieder erholen. Er erhält nach der Behandlung lediglich eine Füllung.
- Ist die Entzündung des Zahnmarks bereits fortgeschritten, bleibt als einzige Lösung meist die Wurzelbehandlung. Ansonsten würde die bakterielle Infektion sich immer mehr verschlimmern, und könnte nach einiger Zeit sogar auf den Kiefer und andere Körperregionen übergreifen. Die einzige Alternative zur Wurzelbehandlung ist die vollständige Entfernung des Zahns.
Wurzelspitzenresektion als Maßnahme nach der Wurzelkanalbehandlung
Eine Wurzelspitzenresektion wird dann vorgenommen, wenn der tiefere Teil der Zahnwurzel eine Entzündung aufweist und diese nicht von selbst ausheilt. Dies kann zum Beispiel nach einem schwierigen Ablauf der Wurzelkanalbehandlung der Fall sein. Greift eine Entzündung des Zahnhalteapparats, eine Parodontitis, auf die Wurzelspitze über, ist das ebenfalls manchmal ein Behandlungsanlass. Bei der Wurzelspitzenresektion erreichen wir die Wurzelspitze nicht über die Zahnkrone, sondern über den Kieferknochen. Ziel ist auch hier die endgültige Beseitigung des bakteriellen Befalls.
Die Praxis Dr. Holtkamp ist auf Maßnahmen zur Zahnerhaltung besonders spezialisiert. Mit der Bekämpfung von Karies oder Entzündungen des Zahnnervs besitzen wir Zahnärzte daher viel Erfahrung. Wir wenden modernste Instrumente wie ein hochauflösendes Operationsmikroskop und bei Bedarf auch besonders fortschrittliche Verfahren wie digitales Röntgen an. So lassen sich die Erfolgsaussichten steigern, wenn wir die Entzündung eines Zahnnervs behandeln. Sie können jederzeit gerne einen Untersuchungs- oder Behandlungstermin in unserer Praxis vereinbaren, bei Karies, Entzündung eines Zahnnervs oder anderen zahnmedizinischen Anliegen.
Verdacht auf eine Entzündung?
Lassen Sie Ihren Zahn frühzeitig untersuchen – das erhöht die Chance, ihn zu retten.
Anrufen: 0931 3040860 E-Mail schreiben